Tipp: Google Analytics blockieren

Google AnalyticsViele Seitenbetreiber setzen das beliebte Google Produkt Analytics ein, um etwas über die Seitenbesucher zu erfahren. Das ist für den Betreiber auch sehr interessant, wenn es auch bessere Alternativen gibt.  Für den Nutzer ist es im Endeffekt irrelevant, da er oder sie davon eigentlich gar nichts mitbekommt, sofern Google-Analytics denn erreichbar ist. Doch gerade in Zeiten wo Datenschutz, Speicherung von Daten und ähnliches heftig diskutiert wird, sollte der Seitenbesucher zumindest informiert werden, welche Daten zu welchem Zweck aufgezeichnet werden und vor allem wie lange. Und das natürlich nicht auf Seite 244, sondern am Besten vor der Aufzeichnung.

So jedenfalls die Theorie. In der Praxis ist das natürlich unmöglich und würde Besucher auch nur abschrecken. Stellen Sie sich vor es erscheint beim Aufruf von Seite X auf einmal ein riesiger Hinweis den Sie erst durchlesen müssen und bestätigen müssen. Da Sie Cookies regelmässig löschen müssen Sie den Hinweis bei jedem Aufruf neu bestätigen. Geht gar nicht, nicht wahr?

Ist Google Analytics wirklich so böse?

Neben Google Analytics gibt es tausende anderer Besucherzählerdienste, welche auf Internetseiten eingesetzt werden. ALLE speichern die IP-Adressen der Nutzer und es ist bei fast allen nicht möglich die Adressen manuell (durch den registrierten Webmaster) zu entfernen. Es spielt also eigentlich keine Rolle ob man denn Google Analytics, Statcounter oder gar einen deutschen Statistikdienst einsetzt. Gespeichert wie ein Weltmeister wird überall.

Das einzige und gleichzeitg auch grösste Problem bei Google Analytics ist einfach die Verknüpfung der Nutzerdaten – sofern man auch andere Google Dienste nutzt.

Stellen Sie sich einfach folgendes Szenario vor:

Sie haben sich für verschiedene Google Dienste registriert (Google Mail, Google Suche und nutzen eifrig auch iGoogle.com). Ihre Suchanfragen und Emails werden sowieso von Google konstant ausgewertet.

Sie möchten sich nun gerne nach Katzenfutter umschauen und suchen über die Google Suche nach Katzenfutter. Ein Klick auf das Suchergebnis und schon öffnet sich die entsprechende Seite. Normalerweise wäre das nun das einzige was Google von Ihnen wüsste: “Kunde interessiert sich für Katzenfutter und hat Seite X aufgerufen”. Klick Sie sich nun durch die Seite (z.B. vom Katzenfutter zum Hundefutter), so weiss Google davon nichts.

Durch den Einsatz von Google Analytics auf der Tierfutterseite kann Google jedoch jeden einzelnen Schritt nachvollziehen. “Kunde interessiert sich für Katzenfutter und nun auch für Hundefutter”. Das Ganze kann man beliebig (mit schlimmeren Beispielen) fortsetzen.

Wozu braucht Google die Daten?

Durch dieses Nutzerprofil ist es Google möglich personalisierte Werbung zu schalten. Werbung bei Google Mail, in der Google Suche und allen anderen Seiten die Google Adsense einsetzen. So jedenfalls die offizielle Aussage.

Geraten diese Daten jedoch in falsche Hände, kann das zu einem echten Problem werden. Stellen Sie sich mal vor, Ihr Arbeitgeber hätte die Möglichkeit an diese Daten zu kommen. “Mitarbeiter interessiert sich für Hundefutter” ist dabei noch harmlos. Es könnte auch: “Mitarbeiter interessiert sich zudem für braune Unterwäsche, liest Arbeitsangebote der Konkurenz, schaut regelmässig im Playboy nach blonden Frauen und bekommt viele Emails von Frauen die seine Töchter sein könnten ” heissen. Das wars dann mit der Privatsphäre.

Und die anderen Dienste?

Ein sehr beliebter Dienst ist in Deutschland Piwik. Piwik wird von hunderttauseden Nutzern eingesetzt. Es ist eine kleine Software, welche direkt auf dem Webserver der Seite installiert wird. Eigentlich hervorragend, doch das Hauptproblem ist die fehlende Möglichkeit (für technisch unbegabte Nutzer) IP-Adressen zu entfernen. So wird jeder Seitenzugriff unendlich lang gespeichert und ist nur durch eine manuelle MySQL-Eingabe löschbar. Glücklicherweise bietet Piwik nun eine Erweiterung an: Die Anonymisierung von IP-Adressen. Löschen kann man alte Daten dennoch nicht ohne weiteres.

Anonymisierung von IP-Adressen

Auch Google hat verstanden, dass man nicht einfach so alles speichern darf. Schlimm genug, dass WLAN-Daten über Jahre hinweg durch die Streetcar-Fahrzeugflotte gespeichert wurde. So bietet Google neuerdings die Möglichkeit Teile der IP-Adresse zu entfernen. Anstatt 123.456.789 wird so nur noch 123.456.*** zu Google übertragen. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Blockieren von Google Analytics

Der Seitenbesucher (also SIE!) kann aber verhindern, dass Google Analytics Daten aufzeichnet. Google selbst bietet eine kleine Software an, welche verhindern soll, dass Daten zurück an die Google Server gesendet werden.

Die Adresse: http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de

Das Deaktivierungs-Add-on für Browser von Google Analytics gibt dem Website-Besucher mehr Kontrolle darüber, welche Daten zu aufgerufenen Websites von Google Analytics erfasst werden. Das Add-on teilt dem JavaScript (ga.js) von Google Analytics mit, dass keine Informationen über den Website-Besuch an Google Analytics übermittelt werden sollen. Falls Sie diese Funktion nutzen möchten, laden Sie das Add-on herunter und installieren Sie es für Ihren aktuellen Webbrowser. Das Deaktivierungs-Add-on für Browser von Google Analytics ist für Internet Explorer (7 und 8), Google Chrome (4.x und höher) und Mozilla Firefox (3.5 und höher) verfügbar.

In “Fach”zeitschriften” wird mit anderen Zusatzprogrammen geworben. Installieren Sie Programm X, Y und Z und starten Sie Programm Y, Z und X. Dann wechseln Sie in den Konfigurationsbereich und kaufen sich ein Fachbuch um fortzufahren.

*** Vergessen Sie die ganzen Zusatzprogramme ***

Als Nutzer können SIE Analytics in Sekunden blockieren. Alles was Sie brauchen ist… ein Textbearbeitungsprogramm. Bitte dieses nicht mit einem Textverarbeitungsprogramm (z.B. Microsoft Word oder Wordpad) verwechseln. Das Textbearbeitungsprogramm (nennt sich heute “Text Editor”) braucht man nur eine bestimmte Datei zu bearbeiten, die sogenannte hosts Datei. Notepad wäre da ein Beispiel, was sich auf jedem Windows PC befindet.

Das Ganze funktioniert mit Windows, Linux und MacOS. Hier nun eine kurze Blockierungsanleitung für die jeweiligen Betriebssysteme.

Windows XP

Öffnen Sie in Ihrem Texteditor die folgende Datei: %WINDIR%\system32\drivers\etc\hosts

und fügen Sie die folgende Zeilen hinzu:

  • 127.0.0.1 www.google-analytics.com
  • 127.0.0.1 google-analytics.com

Anstatt 127.0.0.1 können Sie auch 0.0.0.0 eintragen, dadurch sparen Sie eine Viertelsekunde, da nicht erst auf der Adresse 127.0.0.1 (also Ihr Computer) nach dem Analytics-Skript gesucht wird.

Windows VISTA und Windows 7

Öffnen Sie in Ihrem Texteditor die folgende Datei: %WINDIR%\System32\drivers\etc\hosts und fügen Sie folgende Zeilen hinzu:

  • 127.0.0.1 www.google-analytics.com
  • 127.0.0.1 google-analytics.com

Anstatt 127.0.0.1 kann man auch hier die 0.0.0.0 eintragen.

Linux-Systeme (u.a. Linux, Unix, Solaris, BsD)

Auf Linux-Systemen finden Sie die hosts Datei im /etc Verzeichnis. Root Zugang ist natürlich notwendig. Unter BeOS sollte die hosts Datei im Verzeichnis /boot/beos/etc/ liegen.

Zukünftig wird nun Google Analytics gar nicht mehr geladen. Hat auch den Vorteil, dass sich die Seitenladegeschwindigkeit signifikant verbessert. Testen Sie es: Rufen Sie www.google-analytics.com einfach auf. Sie werden sehen, dass sich die Seite nicht aufrufen lässt. Wiederholen Sie das Ganze mit “google-analytics.com”. Den PC brauchen Sie unter Windows OS normalerweise nicht neu zu starten.

Man kann natürlich beliebig viele (Sub)Domains der hosts Datei hinzufügen, sollte jedoch beachten, dass man die Datei am Besten so klein wie nur möglich halten sollte, da eine zu grosse hosts Datei doch sehr Systemressourcen verbraucht. Vergessen Sie nicht, dass bei jedem Aufruf einer Seite der Computer erstmal die gesamte Datei durchsuchen muss. Daher sollte man auf “fertige” hosts Dateien lieber verzichten und stattdessen den Zugriff z.B. bei OpenDNS untersagen.

Es gibt natürlich auch Softwareprodukte, welche man auf dem lokalen PC installieren muss und welche dann Google Analytics blockieren. Nachteil: Diese Software verbraucht RAM- und Festplattenspeicher, belastet die CPU und noch viel schlimmer: Man muss der Software blind vertrauen.

Zum Schluss: Sollten Sie selbst ein Seitenbetreiber sein, so können Sie trotzdem Ihre Google Analytics Statistiken einsehen, denn Google benutzt (noch und nur) die Subdomain analytics.google.com als Anmeldeadresse (Login) für Seitenbetreiber. Aktuell besteht kein Grund analytics.google.com zu blockieren.

Hinweis: Cybernetz setzt seit dem 19. Juli 2010 wieder Google Analytics (in Verbindung mit IP-Anonymizing ein.


View Comments to “Tipp: Google Analytics blockieren”

  1. [...] Datenschutzrechtlich betrachtet ist der Einsatz von Google Analytics sehr problematisch, da der Betreiber der Internetseite dem Seitenbesucher nicht beantworten kann wofür seine Daten denn überhaupt benutzt werden. Eine Löschung der Nutzerdaten durch den Seitenbetreiber ist ebenfalls nicht möglich. Datenschützer raten deshalb von der Nutzung dieses Dienstes dringend ab und empfehlen sogar die Blockierung von Analytics mittels HOSTS Datei. [...]

  2. Cybernetz-Redaktion sagt:

    Hinweis: Wer keine Lust auf die Veränderung der hosts Datei hat, sollte sich OpenDNS anschauen. Dieser öffentliche Nameserver ermöglicht im Konfigurationsmenü eine Blockierung einzelner Domains.

    So kann man dort google-analytics.com direkt fest blockieren ohne jemals die hosts Datei auf dem PC ändern zu müssen.

    • willkeinspam sagt:

      ihr wurdet besser klartext reden wie man diese google schweinerei klar und deutlich (auch mit hilfe von extra programmen blockiert oder in dir irre führt. n was ihr da macht ist augenwischerei. ein wenig wichtigtuerisch um auch verm eintlich sowas wie dabei zu sein. zu bluffen. nes gibt diese programme, also was geheimniskrämert ihr denn eigentlich ! n

      • jessi1983 sagt:

        Warum postest du diese Programme dann nicht einfach?

      • … wozu denn ein Programm installieren, wenn man die Aufzeichnung (welche ja nicht illegal ist) mit der "hosts"-Datei schnell und einfach (ohne Ressourcenverschwendung) blockieren kann?

      • shorty sagt:

        Wenn man keine Ahnung hat… wozu sollte man ein Programm benutzen, wenn Windows das mit ein bisschen Hilfe selber kann…

        Im Übrigen benutzt GoogleAnalytics JavaScript also könnte z.B. NoScript (Beim Firefox) verwenden, um JavaScript zu deaktivieren und nur für ausgewählte Seiten zu aktivieren.

        BTW. hab vor Kurzem selbst GoogleAnalytics für meine Seite aktiviert. Ich find die gegebenen Möglichkeiten überaus nützlich. IP-Adressen oder Benutzerinformationen sehe ich nicht. Ausschließlich Fakten über meine Seite.

        Mir wäre es lieber sicherzustellen, dass Google keinen Mist mit den Daten macht, die sie bekommen, statt alles von Google zu verurteilen. :-(

  3. thief sagt:

    der spybot search & destroy tut auch nix anderes, alls alle schädlichen sites in der host datei als local zu hinterlegen.

    imo die einfachste und sauberste art, sowas aussem rennen zunehmen.

    extra programm für sowas laufen zu lassen ^^

  4. Marco sagt:

    Ich finde, das beste ist wirklich die Hostdatei zu verändern. Wozu denn ein Programm laufen lassen und unnötig Ressourcen verbrauchen, wenn man den Keim direkt an der Quelle ersticken kann…

  5. nik sagt:

    Und als Webentwickler wird dann bei mir jedesmal der laufende Apache angesprochen?! ;) Naja–

  6. Mone sagt:

    Hallo,

    bringt mir das was 127.0.0.1 google-analytics* reinzuschreiben ?
    * für der Rest ist egal. Ich hab einfach nur google-analytics eingetippt, und das geht noch.

    • Cybernetz-Redaktion sagt:

      Hallo,

      das geht leider nicht. Man kann nur Domains (google-analytics.com) oder Subdomains (www.google-analytics.com) eintragen. “Wildcards” ( also *.) funktionieren leider nicht :(

  7. Weiß sagt:

    Die hosts datei ändern funktioniert bei mir nicht der sagt immer überprüfen sie die pfad und datei namen kanns nicht speichern. was soll ich tun???

    • Cybernetz-Redaktion sagt:

      Vista oder Windows 7? Dann müsste notepad (oder ein anderer Texteditor) als Administrator geöffnet werden. Am schnellsten geht das wie folgt:

      Auf dem Desktop eine Verknüpfung zu notepad.exe erstellen. Rechte Maustaste auf die erstellte Verknüpfung und “als Administrator starten/ausführen” wählen.

  8. Weiß sagt:

    Vielen dank für die hilfe habt bestens geklappt läuft jetzt wieder top dankeschön

  9. Schwarzer Peter sagt:

    Ums Verrecken würde ich meinen AdBlocka nicht abstellen. Ich fütter den mit “http://*google-analytics.com*” und sonstigen Tracking Pixelings.

    I give a shite wenn Leute dadurch 0,1 Zent weniger Gewinn machen. Die wollen schliesslich MICH als Visiter haben!!!!!!! Peeps, die mich ohne zu fragen technische Daten über mich erheben tun oder Langzeitprofiles erstellen tun DASS sind die waren Raupkopierer!!!!! PIRATENPARTEI FOR EVER!!!!

  10. Der Pfau sagt:

    ich benutze nen proxy für semtlichen datenverkehr. einen anonymen aus china. so weiss ich das m$ und google nix auswerten tun.

  11. Marcel Meyer sagt:

    Ich hab immer auf Sitemeter gesetzt. Hätte ich vorher gewußt das die auch speichern hätte ich GA behalten können :(

  12. Hans-Werner sagt:

    So hab ich das noch gar nicht gesehen. Danke. Grüsse von Hans-Werner aus Remscheid.

  13. [...] Außerdem ist es natürlich eine gute Idee, Google Analytics zu blockieren. Wie das geht, ist hier erklärt. Viel Spaß beim googlefreien Surfen, und… don’t be [...]

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