ePost: Technische Informationen

epostbriefePostbrief: Der neue Postdienst der Deutschen Post wurde im Juli 2010 gestartet. Vor wenigen Tagen berichtete Cybernetz schon über die Grundfunktionen, heute gibt es einige technische Details. Da die Post leider nur schleppend die Authentifizierungsbriefe versendet, gibt es leider noch immer keinen ausführlichen Test. Selbst die Stiftung Warentest wartet noch auf den Willkommensbrief der DPAG.

 

Verfügbarkeit

Die Deutsche Post garantiert eine Verfügbarkeit des E-Postbrief Portals von 95% im Jahresdurchschnitt ausserhalb der Wartungsarbeiten.

Authentifizierung

PostIdent-Verfahren ist für Privat- und Geschäftskunden notwendig, denn dieses Verfahren ermöglicht die eindeutige Identifikation der registrierten Nutzer des Portals. Bei natürlichen Personen geht die Hausanschrift aus dem Personalausweis hervor. Dieses wird durch o.g. PostIdent-Verfahren verifiziert. Zur zusätzlichen Überprüfung der Postadresse wird dem Nutzer nach der Aktivierung eine sogenannte AdressTAN an die angegebene Postadresse per Briefpost zugesendet. Diese muss anschliessend im ePost-Portal eingegeben werden. Ohne diese Eingabe gilt die Adresse – trotz PostIdent – als nicht verifiziert.  Bei zukünftigen Anmeldungen wird eine sogenannte HandyTAN auf die hinterlegte Mobilfunknummer des Teilnehmers gesendet, welche zusammen mit einem Kennwort einen “hohen Identifikationsnachweis” gewährleisten soll.

E-Postadresse

Privatkunden erhalten eine ePost-Adresse in Form von vorname.nachname@epost.de bzw. vorname.nachname[ZAHL]epost.de. Unter dieser Adresse, die wie eine echte Emailadresse aufgebaut ist, kann man keine herkömmliche Emails empfangen.  Geschäftskunden erhalten auf Wunsch eine eigene Subdomain (…@firma.epost.de). Damit es schön unübersichtlich wird, zählt das Prinzip “FCFS” (first come, first served) und so kann es durchaus vorkommen, dass eine Firma mit …@firma12.epost.de auskommen muss, da schon eine andere Firma die Subdomain belegt.

Technische Details zum Briefkasten

Nun kommt aber der wirklich interessante Bereich: Der elektronische Briefkasten. Mindestens 100 MB Speicherplatz stellt die Post für jeden Bereich zur Verfügung. 100 MB für Faxe, 100 MB für Emails und weitere 100 MB für ePost. Bedenkt man, dass vielleicht Firmen in naher oder entfernter Zukunft auch Kataloge versenden, so sind 100 MB Speicherplatz natürlich gar nichts. Die DPAG schreibt in der Leistungsbeschreibung, dass man aber Nachrichten löschen darf und kann. Unglaublich, was heute technisch schon möglich ist.

Die Speicherdauer der Nachrichten ist während der Vertragslaufzeit unbegrenzt. Nach einer Kündigung hat der Kunde jedoch weiterhin Lesezugriff auf sein Postfach und nach Ablauf einer bestimmten Frist (Frist ist unbekannt) erfolgt eine vollständige Löschung der Daten.  Nachrichten können übrigens vom Nutzer durch ein asymetrisches Verschlüsselungsverfahren zusätzlich verschlüsselt bzw. signiert werden. Das externe Zertifikat wird durch einen externen Dienstleister erzeugt und nicht durch die Post. Anschliessend erfolgt nach Einwilligung des Nutzers eine Veröffentlichung seiner Basis-Informationen im öffentlichen Adressverzeichnis.

Klassische Zustellung der ePost

E-POSTBRIEFE können auch als klassische Briefe auf dem Postweg zugestellt werden. Hierzu wählt man die klassische Adressierung und gibt die Postanschrift (Haus- oder Postfachanschrift) des Empfängers an. Im Rahmen des Service für den E-POSTBRIEF wird der Brief gedruckt, kuvertiert und dem Empfänger zugestellt. Sofern man bis 18.00 den Brief im Portal absendet, wird dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit schon am nächsten Werktag zugestellt. Unzustellbarer Sendungen werden an Ihre Hausanschrift zurückgesendet.

POP3 oder IMAP?

Privatkunden müssen sich zwingend über das ePost Portal anmelden. Geschäftskunden erhalten Zugriff auf einen speziellen Gateway, so dass diese aus der bestehenden Mailinfrastruktur Nachrichten versenden und empfangen können. Zur Authentifizierung wird eine Smartcard benötigt.

Wer macht mit?

Die Allianz will den ePostbrief in ihre KOmmunikationssysteme einbinden und SAP plant den E-Postbrief an seine Personalmanagement-Software SAP ERP HCM anzubinden.

 

Wichtig

Man muss sich zwingend jeden Werktag im Portal anmelden und die Post überprüfen, denn ePost gilt automatisch nach wenigen Tagen als zugestellt und gelesen.


View Comments to “ePost: Technische Informationen”

  1. Piffker, Volker sagt:

    55 Cent für eine eMail welche ich nur über eine Weboberfläche verschicken kann? Ich wette, daß dieser Dienst ein Renner werden wird und besser einschlägt als DeMail. In Deutschland muß man nur ein paar bunte Bildchen nutzen, gute Marketingtexte und das Produkt wird ein Renner selbst wenn es scheiße ist.

  2. Bernd sagt:

    Kann mir mal bitte jemand den Nutzen erklären?

    Okay ich kann jetzt über den Browser schnell einen Brief versehen, muss also nichts mehr ausdrucken und extra zum Briefkasten.

    Und weiter?

    Wie soll das mit dem Empfang gehen? Scannt jetzt die Post alle Briefe ein die an mich adressiert sind oder wie?

    “Unter dieser Adresse, die wie eine echte Emailadresse aufgebaut ist, kann man keine herkömmliche Emails empfangen.”

    Wozu ist sie dann gut?!

    • Cybernetz-Redaktion sagt:

      Hallo Bernd,

      richtig. Mit ePost kann man klassische Briefe über den PC versenden. Vorteil: Man muss das Haus nun gar nicht mehr verlassen. Preis 55 Cent für den Standardbrief, also identischer Preis wie bei der Postfiliale. Man spart aber “0,245 Cent” Druckkosten :)

      Zudem kann man noch elektronische Briefe an andere ePost Nutzer senden. Eine ganz normale “Email” also ab 55 Cent. Wenn man eine Sende- und Empfangsbestätigung wünscht, ist man bei 2,15 Euro. 2,15 Euro für eine elektronische Nachricht :)

      Was den Empfang betrifft: Würde die Post klassische Briefpost einscannen und dem ePost-Kunden online zur Verfügung stellen, wäre es ein interessanter Dienst. Leider wird aber nichts eingescannt. Empfang von Nachrichten ist nur von anderen ePost Teilnehmern möglich.

      Siehe auch http://www.cybernetz.net/deutsche-post-startet-epost

      PS: Der Aufbau einer Email Adresse ist wohl nur gewählt worden, damit Nutzer nicht noch mehr durcheinander kommen ;) Man hätte genauso einfach nur vorname.nachname intern bei ePost verwenden können :)

      • Sandra sagt:

        €2,15???? In Outlook ists ein Klick “Lese und Empfangsbestätigung” und kostenlos. Die spinnen doch die Postler

        • Cybernetz-Redaktion sagt:

          Beides muss aber vom Empfänger unterstützt werden. Webmailoberflächen (Hotmail, Google Mail, etc.) bieten so etwas gar nicht erst an.

  3. Augustus Ernt sagt:

    Meine Abwickelung: Anmelden. SMS von Post ans Handy. Auf Briefpost warten da kommt neuer Code. Bei epost einloggen, Formular ausdrucken, unterschreiben und mit Perso zum Postamt. Dort wird dann verifiziert. Dann kam weiterer Brief auf dem normalen Postweg mit dem Entsperrcode. Danach kommt eine Adress-TAN und eine Woche später die Freischaltung.

    • Cybernetz-Redaktion sagt:

      Danke für die Info. Dann kann man sich ja in etwa vorstellen, wie es kommendes Jahr bei DE-Mail sein wird…

    • Milzbrand11 sagt:

      Das ist ein Scherz?! NEIN, bei der Post kann ich mir das so wirklich vorstellen. Wieso meldet sich denn da überhaupt jemand an? 55 Cent für ne Mail oder nen Brief… da verschick ich über TNT und zahle 40 Cent aber einer gewissen Menge.

      • Cybernetz-Redaktion sagt:

        Das witzige ist: Auch die Post bietet bei entsprechendem Aufkommen (teilweise extreme) Vergünstigungen bei der normalen Briefpost. Bei ePost scheint das laut der Preisliste jedenfalls (noch) nicht der Fall zu sein.

  4. Graffel sagt:

    Was mich daran noch stört, die Verpflichtung, sich jeden Tag einloggen zu müssen.

    Wie oft bekommt man schon mal einen eBrief über das neue System zugesendet? Anders, in einem Monat sind zusammengenommen ca. fünf “wichtige” Briefe in meinem Briefkasten, etwas weniger an wichtigen “eBriefen” dürften zukünftig im “ePostfach” landen.

    Warum kann mich das System nicht per Email benachrichtigen, wenn ich Post habe? Zwar kann der Absender auswählen, dass ich per SMS informiert werde, aber a) muss er das nicht tun und b) überhöre ich SMS leider öfters mal.

    • Cybernetz-Redaktion sagt:

      Den Grund kann man nur erraten. Eine Theorie wäre Werbung (wenn erst genug Nutzer registriert sind). Die Post könnte für die Werbeflächen im Kundenbereich ordentlich kassieren, schliesslich müssen alle ePost-Kunden sich ja werktäglich bei ePost anmelden.

  5. Sylvester sagt:

    Ich habe mich mal bei diesen Dienst angemeldet.

    Also erst mal schien mir die gesamte Prozedur so wie eine Abrbeitsbeschaffungsmaßnahme der Post, die nichts weiter zu tun hatte als diverse Briefe mit Anmeldebestätigungen und Pins zu verschicken. Alles sehr aufwendig und kompliziert.

    Dann sollen auch die normalen , über Email zugestellten Briefe 55Cent kosten. Das Portal kann kein POP3 oder IMAP und ist daher für mich letztendlich uninteressant.

    Ich werde wohl auch der erste User sein, der diesen Dienst wieder kündigt. Ich habe selten etwas so schwachsinniges wie diesen Postdienst gesehen.

  6. Sylvester sagt:

    So, die Kündigung ist geschrieben. Mal sehen, wie viele Pins und Tans jetzt noch von der Post kommen …….

  7. Cybernetz-Redaktion sagt:

    Hier noch eine fast schon lustige Ergänzung.

    Kunde schreibt eine eMail an die ePost-Supportabteilung mit folgender Frage:

    “Sie haben mir nun schon drei Postbriefe gesendet und verlangen im letzten Schritt, dass ICH ein Formular ausdrucke und es zur Post bringe. 1. Gab es während der Registrierung keinen Hinweis auf die Notwendigkeit eines Druckers und 2. besitze ich auch keinen. Sie haben mir schon drei klassische Bestätigungsbriefe mit verschiedenen Identifikationsnummern gesendet, weshalb fügen Sie nicht einfach das Formular einem der Schreiben hinzu?”

    Die Antwort der Post kam nach einigen Tagen:

    “… vielen Dank für Ihre Nachricht.

    Sie wollen wissen wie Sie den Postident Coupon erneut ausdrucken können?

    Wenn Sie Postident Coupon nicht mehr haben (nicht ausgedruckt, verlegt,…), so können Sie sich diesen Coupon wie folgt erneut ausdrucken…”

    Man kann nur erahnen was später für Antworten bei echten technischen Fragen kommen. Vielleicht ja sowas: “Ich kann auf mein ePost nicht mehr zugreifen”. Antwort: “Sie möchten wissen wie Sie sich neu registrieren können? Hier die Antwort: ..”

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