Lang ist es her, als zuletzt über OpenID Anbieter bei Cybernetz berichtet wurde. Daher wird es Zeit für eine neue und vor allem aktuelle Übersicht. Wer bietet was und das wichtigste: Kann man den Anbieter auch mit einer vorhandenen Domain nutzen?
Vorab: In diese Liste wurden nur seriöse Anbieter aufgenommen, welche echtes OpenID und eine Verwaltung anbieten. Ohne Verwaltung macht OpenID keinen Sinn. Google bietet nur einen OpenID Endpunkt und ist selbst kein echter OpenID-Anbieter. Das gleiche gilt für Blogger, flickr, MySpace, WordPress und AOL.
DAS Manko von OpenID ist leider noch immer die Sicherheit. Denn verknüpft man erst alle seine Lieblingsseiten mit der eigenen OpenID und kommt das Kennwort in falsche Hände, kann jeder mit der OpenID auf alle verknüpften Dienste zugreifen. Trotzdem wird OpenID mehr und mehr auf großen Internetseiten eingesetzt. Um OpenID einigermaßen sicher zu machen, müsste man also sein OpenID Kennwort theoretisch mindestens einmal am Tag wechseln.
Den Anfang macht claimID. claimID bietet kostenfreie OpenID in Form von claimid.com/benutzer. Vorteil: Man kann sich die OpenID ganz gut merken. claimID ist komplett in englisch gehalten, was für einige zum Problem werden könnte. Nett gemacht ist das Bookmarklet, mit dessen Hilfe man eigene Internetadressen zur öffentlichen claimID-Visitenkarte (erreichbar unter der OpenID-URL) hinzufügen kann. Das Ganze ist dann als hcard-Visitenkarte sogar abspeicherbar. Domains lassen sich leider nicht aufschalten. Um claimID mit einer eigenen (vorhandenen) Domain nutzen zu können, muss man zwei Code-Schnipsel in den Kopfbereich der eigenen Domain einfügen. Das kann man natürlich auch nur machen, wenn man bereits Kunde eines Webhostinganbieter ist, sprich: Man braucht Speicherplatz für eine HTML-Seite.
myOpenID war bis vor kurzem der Liebling von Cybernetz. Durch ein Leserkommentar wurde Cybernetz jedoch auf die nicht-existente Supportabteilung aufmerksam gemacht. Anfragen von Privatpersonen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Schade, denn myOpenID war der einzige Anbieter, bei dem man eine eigene Domain via CNAME Record aufschalten konnte. *Chi.mp bietet einen grösseren Leistungsumfang.
Auch Verisign bietet kostenfreie OpenIDs an. Was die Sicherheit betrifft ist PIP unschlagbar, doch hilft es nicht weiter, denn die OpenID ist einfach zu lang: pip.verisignlabs.com/benutzer. Genau wie PayPal bietet Verisign ein Mini-Code-Generator um Einweg-Zugangscodes (für den Zugang zur OpenID) zu generieren.
Zum Schluß der letzte große OpenID-Anbieter: chi.mp. chi.mp ist auch gleich Testsieger von Cybernetz, denn bietet chi.mp mehr als alle andere zusammen. Da wären zum einen die eigene Domain. Ja, richtig gelesen, jeder erhält eine Domain in Form von name.mp. MP steht für das Commonwealth der Nördlichen Marianen und ist ein Außengebiet der Vereingten Staaten, was in der Nähe von Japan liegt. Neben der eigenen (neuen) Domain kann man auch eine existente Domain (oder Subdomain) per CNAME-Record (also exakt wie myOpenID.com) aufschalten. Zudem gibt es noch einen eigenen Blog und eine komplette, baukastenähnliche, Homepage. Die Basisvariante kostet keinen Cent.
Alternative: Selbst Provider werden
Kein Vertrauen in Drittnetzwerke? phpMyID bietet ein OpenID Basis-Skript zum kostenfreien Herunterladen an. Mehr unter http://siege.org/projects/phpMyID. Das Skript ist nur für ein Nutzerkonto ausgelegt.



