Instant Messaging Apps: WhatsApp

 Und da sind wir schon bei der nächsten Artikelserie angelangt. Messaging für Androidgeräte. “Schnell mal eine Nachricht” – natürlich kostenlos – austauschen. Keine SMS Flatrate vorhanden… da kommt einem vielleicht als erstes WhatsApp in den Sinn, denn WhatsApp wird nun zu gern mit SMS verglichen, dabei hat SMS mit WhatsApp absolut nichts gemeinsam. SMS kann man heute an jedes Handy schicken. Unwichtig ob der Empfänger ein bestimmtes Programm installiert hat oder ob das Handy 3 Jahre oder 10 Jahre alt ist. In den meisten Fällen zahlt der Empfänger für den Empfang von SMS auch nichts. 

kostenlose MMS versenden?

WhatsApp, bzw. allgemein Instant Messaging, ist da ein wenig anders. Zum einen brauchen beide Personen ein aktuelles Telefon (Smartphone) und dann noch viel wichtiger: eine konstante Verbindung zum Internet. Ohne Internetverbindung werden keine Nachrichten zugestellt. Wie auch? Ein Vergleich mit SMS oder gar MMS ist somit vollkommener Unsinn.  WhatsApp wurde durch die Presse als “SMS-Ersatz” (nicht nur einmal) gelobt. Dabei ist WhatsApp ist einfach nur ein schlechter Instant Messenger. Schlecht? Es benutzen doch so viele Millionen Menschen. Auch ICQ benutzen Millionen Menschen ;) aber deshalb muß es nicht unbedingt gut sein.

Der grösste Nachteil von WhatsApp ist die mangelnde Kompatibilität. Man kann es zwar auf  Android, iOS und anderen System nutzen, aber die grösste Zielgruppe PC-Nutzer wird einfach ausgeschlossen. Somit ist es ausschliesslich ein mobiler Instant Messenger. Schnell mal vom PC zu Hause eine Nachricht schreiben weil das Handy in der Firma vergessen wurde? Unmöglich. 

WhatsApp Bildschirmabbildungen

Rein otisch unterscheidet sich WhatsApp nicht besonders von “normalen SMS Apps”, was auch kein Nachteil sein muß. Doch wie funktioniert das nun alles?  Als erstes muß man sich bei WhatsApp registrieren. Dazu versendet das eigene Handy eine SMS an sich selbst. Also schon mal Kosten. Diese “Verifizierung” fällt jedesmal neu an, wenn man WhatsApp neu installiert. Kann also doch schon den einen oder anderen Taler somit Kosten.

Nach der automatisierten Registrierung wird dann das Telefonbuch gescannt und erstmal an WhatsApp übermittelt. Warum denn das? Da es bei WhatsApp keinen “Aliasnamen” gibt, wird einfach die Telefonnummer zum Benutzernamen. Der Scanvorgang wird dadurch begründet, daß man schliesslich informiert werden möchte, wenn Person X aus dem Telefonbuch auch WhatsApp einsetzt. Macht ja auch irgendwie Sinn, aber vielleicht nicht jeder möchte unbedingt den Vorgesetzen als “Chatpartner”?  

Mit Glück hat der eine oder andere bereits WhatsApp im Einsatz und so wird das nach dem Scanvorgang auch gleich angezeigt (“Dein Freund Walter setzt ebefalls WhatsApp ein”) und man kann entsprechend sofort Nachrichten austauschen. Um Nachrichten zu versenden und zu empfangen muß aber eine Dauerinternetverbindung vorhanden sein. Zwar werden nur wenige Daten übermittelt, aber trotzdem … ohne Internetverbindung ist kein Austausch möglich. Das ist dann gleich das Manko aller Instant Messenger. 

WhatsApp hat aber ein weiteres Problem: Das erste Jahr ist WhatsApp absolut kostenfrei nutzbar. Danach kostet es knappe 2 US-Dollar Lizenzkosten. OK, nicht die Welt, aber sind wir ehrlich: Nur weil Sie bereit sind 2 Dollar für einen Messenger zu zahlen, heisst es nicht, dass auch andere bereit sind. Heute gibt es für jedes kostenpflichtige Programm eine kostenlose Alternative. Man kann davon ausgehen, dass die Mehrheit der Nutzer einfach auf eine kostenfreie Alternative umsteigen wird und Sie die 2 Dollar “umsonst” gezahlt haben.  Daher lieber auf etwas “bewährtes” setzen. WhatsApp sieht optisch klasse aus und es macht auch “Spaß” Nachrichten auszutauschen, aber wieviele Freunde oder Bekannte nutzen die Software? Und wieviele nutzen es noch nach dem “einen Jahr Testzeit”? 

Auf der Symbian Plattform ist WhatsApp eine echte Katastrophe. Nicht jeder besitzt eine Internetflatrate oder möchte den ganzen Tag mit dem Internet verbunden sein und so kann man davon ausgehen, dass einige oder viele die Anwendung “zwischendurch” beenden möchten. Ich erinnere mich noch, wie ich das erste Mal WhatsApp auf Symbian getestet hatte und es beenden wollte. Ging nicht. Gab keine Möglichkeit die Anwendung zu beenden. Später habe ich auf der offiziellen Homepage gelesen, dass man diese Funktion nicht eingebaut hätte, da man ja immer verbunden sein möchte. Lächerlich. 

 

Zusammenfassung

  • WhatsApp ist ein Instant Messenger und keine SMS oder MMS Anwendung
  • reiner mobiler Messenger, PC-Nutzer werden ausgeschlossen
  • für Nokia Endgeräte nahezu unbrauchbar, da die Software nicht beendet werden kann
  • WhatsApp ist für Android, BB, iPhone und Symbian verfügbar
  • nach dem ersten Jahr fällt für die Android App eine Lizenzgebühr an
  • nimmt ordentlich Speicherplatz auf dem Handy ein
  • geizt nicht gerade mit dem Batterieverbrauch

 

WhatsApp Messenger

etwas was die Welt nicht braucht

“Der am häufigsten eingesetzte mobile Messenger”. Für mich in keinster Weise nachvollziehbar. Die Software ist riesig, kostet nach einem Jahr Geld und man kann auch nur Personen erreichen die ebenfalls WhatsApp einsetzen. Lieber auf dem PC tippen? Keine Chance. Aber wie hat WhatsApp es zur Nummer 1 geschafft? Die Software wurde einfach zur richtigen Zeit veröffentlicht und WhatsApp besitzt scheinbar einfach die weltweit beste Marketingabteilung. Interessanterweise regen sich Nutzer auf, wenn die PC-Software nicht ihre “200 Messenger Netzwerke” unterstützt. Beim Handy ist das wohl unwichtig? Trotzdem bekommt WhatsApp 2 Sterne dafür, daß immerhin verschiedene Betriebssysteme unterstützt werden und die Oberfläche schick aussieht.

Bewertung von CYBERNETZ: 2.0 Sterne
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