Von vielen geliebt (aber von mindestens genauso vielen einfach nur gehasst) wird der E-Mail Dienst von Google: Gmail bzw. in Deutschland Google Mail genannt. Gestartet wurde der E-Mail Dienst damals als Sensation. Ein ganzes Gigabyte E-Mail Speicher war für einen “Freemail”-Dienst eine Ausnahme gewesen. Trotzdem war Google nicht der erste Anbieter mit so viel Speicherplatz. Wualla, ein israelischer Anbieter, hatte schon vorher riesige Postfächer gratis vergeben. Der Dienst war natürlich auch damals schon in englischer Sprache verfügbar.
Was spricht für Gmail?
- kostenfrei
- kostenloser Viren- und Spamfilter enthalten
- Zugriff per Weboberfläche
- Zugriff mit einem E-Mail Programm (POP3, IMAP4)
- Nutzung des SMTP-Server
- riesiger Speicherplatz (über 7 GB mittlerweile)
- Such- und Archivierungsfunktionen
- personalisierte Textwerbung in der Weboberfläche
- keine Werbung bei Nutzung per POP3/IMAP4
Was spricht gegen Gmail?
- Dienst kann jederzeit ohne Vorankündigung eingestellt werden
- einzelne Postfächer können ohne Angabe eines Grundes gesperrt werden
- bei Fragen / Problemen ist man auf ein öffentliches Forum angewiesen
- wenn das Postfach “geknackt” wurde steht man alleine da
- Google beantwortet keine Fragen von Nutzern
Datenschutz
Das wohl wichtigste Thema, was wohl auch die meisten besonders interessiert wäre das Thema Datenschutz. Nachdem Google immer wieder als Datensammler abgestempelt wird und letztendlich auch noch bei Googles E-Mail Dienst die persönlichen E-Mails ausliest, ist Google sehr “umstritten”.
Ein- und Ausgehende E-Mails werden maschinell ausgelesen (Es sitzt niemand da und schaltet für Milliarden von E-Mails personalisierte Werbung) und für den Nutzer wird entsprechende personalisierte Textwerbung innerhalb der persönlichen, kennwortgeschützten Google Mail Weboberfläche angezeigt. Das hat den Vorteil, dass man teilweise nur wirklich “interessante” Textwerbung sieht, welcher mit der geöffneten E-Mail Konversation zu tun hat.
Von Datenschützern wird diese Funktion allerdings nicht gerne gesehen. Es wird argumentiert, dass geschäftliche E-Mails teilweise geheim sind und ähnliches.
Hinweis von Cybernetz: Wer als Geschäftskunde einen Freemail Dienst für seine Geschäftspost nutzt, dem ist allgemein nicht mehr zu helfen. Tausende andere Anbieter weltweit bieten auch kostenpflichtige professionelle E-Mail Dienste an. Das Ganze kostet allerdings einige Taler pro Jahr. Der (sowie auch jeder andere) Freemail-Dienst kann jedenfalls jederzeit ohne Angabe von Gründen eingestellt werden, das sollte niemals vergessen werden.
Das Lesen von E-Mails war und ist schon immer möglich gewesen. Sei es nun durch die Betreiber der Server über welche ihre E-Mails zum Empfänger zugestellt werden oder aber auch selbst durch den E-Mail Dienstanbieter wo der Absender oder Empfänger das Postfach hat. Wer wirklich sicher gehen möchte, der sollte einfach die Post persönlich zustellen, da ja selbst verschlüsselte E-Mails theoretisch immer “geknackt” werden können.
Da man bei der Anmeldung keinerlei persönliche Daten eingeben braucht, kann Google nicht nachvollziehen wem das entsprechende Postfach gehört. Das bedeutet, dass man bei einem Verlust des Kennworts oder bei einem “Hack des Kontos” so gut wie keine Möglichkeit hat an seine Daten wieder ranzukommen. Anonymität hat auch schwerwiegende Nachteile wie man sehen kann.
Weitere Details
- der E-Mail Speicher steigt unregelmässig an
- Jede E-Mail darf inkl. Anhang maximal 20 Megabyte gross sein
- es dürfen keine ausführbaren .EXE Dateien versendet und empfangen werden
- es müssen keine persönlichen Daten hinterlegt werden
Anmeldung
Unter http://mail.google.com kann man sich für den E-Mail Dienst kostenfrei registrieren
Erweiterungen von Dritten
Werbung auf Google Mail entfernen
Es gibt auch Programme, welche die Textwerbung entfernen. Auf diese möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht eingehen, da der E-Mail Dienst von dieser Werbung finanziert wird und das umgehen der Werbung umstritten ist. Und wem 10 Textwerbungsblöcke schon zu viel sind, sollte sich vielleicht ganz aus dem Internet verabschieden?
Google Mail als Backup-Speicher
Google Mail lässt sich mit Hilfe von einer Firefox Erweiterung als externen Datenspeicher nutzen. Da das ganze natürlich nicht im Sinne von Google ist, wurden in der Vergangenheit schon viele Benutzerkonten gesperrt. Wer auf sein Postfach im Notfall verzichten kann, der kann Gspace oder Gmail Drive runterladen und installieren. Cybernetz rät an dieser Stelle aber von diesen Programmen ab. Zum einen aufgrund von Googles AGBs und zum anderen, da die Zugangsdaten theoretisch von den Entwicklern dieser Programme mitgelesen werden können. Allgemein sollte man niemals seine Google Kontodaten auf irgendeiner Drittanbieterseite oder aber einer Drittsoftware eintragen. Wissen Sie wirklich was mit Ihren Daten geschieht?
Offizieller Gmail Notifier
Benachrichtigungen über neue E-Mails. Weitere Informationen in diesem cybernetz.net Artikel.
Fazit
Als Freemail Dienst kann man nichts gegen Google Mail sagen. Großzügiger Speicherplatz, viele Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten. Für den professionellen Einsatz empfiehlt es sich allerdings einen professionellen E-Mail Dienst zu nutzen, vorzugsweise in Verbindung mit einer eigenen Domain. name@domain.de hört sich doch gleich viel professioneller an, als firmaxy@gmail.com. Schnell und professionellen Mailspeicher erhält man beispielsweise bei www.netcup.de
Da es sich bei Google Mail um einen kostenfreien Dienst handelt kann man allerdings auch keinerlei offizielle Unterstützung erwarten. Bei Problemen kann man nur in öffentlichen Foren nach Leidensgenossen suchen und eventuell wird einem von einem anderen Google Mail Benutzer auch geholfen. Interessant dabei ist, dass es den meisten Nutzern egal ist und sie teilweise sogar Benutzernamen und Kennwörter in den öffentlichen Foren veröffentlichen.
Eine Übersicht aktueller Freemail Dienste mit vielen schicken Bildern gibt es bei der großen Cybernetz Freemail Übersicht.


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