Filmkritik: Das Tier

Original-Titel: The Howling · USA, 1980 · Genre: Horror · Darsteller: Dee Wallace Stone (Karen White) Patrick Macnee (Dr. George Waggner), Dennis Dugan (Chris) Christopher Stone (William “Bill” Neil), Belinda Balaski (Terry Fisher), Kevin McCarthy (Fred Francis), John Carradine (Erle Kenton) · Produzenten: Michael Finnell und Jack Conrad · Drehbuch: John Sayles und Terence H. Winkless · Nach einer Novelle von Gary Brandner · Regie: Joe Dane

Die Fernsehreporterin Karen White kann durch ihre Recherchen und ihren Einsatz einen gesuchten Mörder überführen, der bei der Festnahme von der Polizei erschossen wird. Danach aber leidet sie an Alpträumen, die immer schlimmer und intensiver werden. Sie läßt sich schließlich von ihrem Mann Bill zu einer Kur überreden, die sie – abgeschieden auf dem Lande – im Institut von Dr. George Waggner beginnt. In dem unheimlichen Wald, der sie in ihrer neuen Behausung umgibt, hört sie in der Nacht oft Geräusche, die von Tieren stammen müssen, die sie aber nicht einordnen kann. Die Menschen, die sie dort aus der näheren Umgebung trifft, erscheinen ihr mehr als merkwürdig. Als ihr Ehemann sie dort besucht, lernen sie die undurchschaubare Marsha kennen.

Eines Nachts geht Bill mit einigen Leuten auf die Jagd in dem nahegelegenen Wald, dabei wird er von einem großen Tier angegriffen, trägt aber keine größeren Verletzungen davon. Dann beginnt er sich zu verändern und eine Nachts verwandelt er sich nach einem Treffen im Wald mit Marsha in einen Werwolf. Karen findet mit ihrem Kollegen Chris bald heraus, das beinahe alle Patienten von Dr. Waggner Werwölfe sind, die nicht mehr länger ein Schattendasein führen wollen. Karen wird entführt und kann schließlich von Chris befreit werden, wird allerdings noch von einem Werwolf verletzt.

Der Film

Ich glaube, ich behaupte nicht zuviel, wenn ich sage, das “The Howling” (Das Tier) mit einer der besten Werwolf-Filme ist, die es gab – und wohl geben wird. Nicht nur, das der Fim damals mit den perfektesten Verwandlungs-Szenen aufwarten konnte, die es bis dato zu sehen gab, hatte der Film auch eine spannende Geschichte, die Joe Dante (nach dem Drehbuch von John Sayles und Terence H.Winkles) gekonnt und perfekt in Bilder umsetzte. Es gibt im Film nicht einmal, wie es heute üblich ist, allzuviele drastsiche Szenen, sondern man konzentrierte sich auf die unheimliche Atmosphäre und die Geschichte des Films. Beides gelang Dante und seinem Team vorbildlich.

Joe Dante inszenierte diesen Film auch mit vielen versteckten Zitate aus der Welt des Horrors. Wenn man sich die Besetzungsliste mal ansieht, weiß man, was gemeint ist: Patrick Macnee´s Rollenfigur zum Beispiel heißt Dr. George Waggner – George Waggner war der Regisseur des 1941 entstandenen “Der Wolfsmensch”. Belinda Balaski spielte die Freundin von Karen White, die da heißt: Terry Fisher – Regisseur Terence Fisher lieferte für die englischen „Hammer Studios“ so manchen Grusel-Klassiker ab. Ebenso sind Fred Francis (gespielt von Kevin McCarthy und Erle Kenton (gespielt von John Carradine) die Namen von realen Regisseuren, wobei Kenton speziell auf dem Gebiet der B-Filme bekannt wurde. Die für die beginnenden 1980er Jahre überdimensional guten Verwandlungsszenen wurden noch vollständig ohne Computer, sondern nur durch Handarbeit erzeugt. Dabei gelangen den Beteiligten erstklassige Arbeit. Die Verwandlungen wurden durch flexible Kunststoffteile, die auf die betreffenden Körperstellen aufgesetzt wurden, erzeugt. Zusammen mit der richtigen Beleuchtung, der Musik und dem richtigen Licht wirkte dies sehr bedrohlich und überzeugend. Diese Perfektion in den Verwandlungsszenen wurde erst ein Jahr später wieder in John Landis´ Horror-Klassiker „An American Werewolf in London“ („American Werewolf“) erreicht.

Fortsetzungen

Der Erfolg von „Das Tier“ zog erst mehrere Jahre später weitere Kreise; erst 1985 erschien mit „Howling II: Stirba – Werewolf Bitch“ („Das Tier 2“) die Fortsetzung. Die weiteren Teile waren „The Howling III“ („Wolfmen“, 1987), „Howling IV: The Original Nightmare“ („Howling“, 1988), „Howling V – The Rebirth“ („Howling 5 – Das Tier kehrt zurück“, 1990) und „Howling VI – The Freaks“ („Final Attack“, 1990). Der 1995 gedrehte „Howling: New Moon Rising“ gehört anscheinend irgendwie nicht in diese Reihenfolge. 2011 kam dann mit „The Howling: Reborn“ („Blue Moon – Als Werwolf geboren“) der vorerst letzte Teil der Reihe. Ich selber kenne nur noch die erste Fortsetzung, alle weiteren dieser Reihe, die manchmal auch direkt nur für den Videomarkt produziert wurden, kenne ich nicht. Über Teil 2 wäre eigentlich jedes weitere Wort nur Zeitverschwendung. Dieser Film kann in keinem Belang auch nur annähernd an das Original heranreichen. Und selbst als eigenständiger Film kann nichts in diesem Werk wirklich überzeugen.

 

Bewertung von Lesern

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