Es ist so kompliziert wird nie zuvor gewesen. Weit über 70 Prepaidanbieter gibt es nun schon in Deutschland. Sie tragen Namen wie HITmobile, Smobil, Conrad FairPay, FONIC, Alphatel, Penny Mobile oder auch Sparkassen-Tarif. Die Hoffnung der Anbieter, dass Kunden aufgrund der Kompliziertheit bei einem Anbieter bleiben, obwohl die Preise einzelner Dienste wirklich fern von jeglicher Realität liegen, ist auf jeden Fall aufgegangen. Heute ein kleiner Vergleich der besten Prepaid-Kombination. Wer sollte welches Produkt für welchen Zweck benutzen? Preis steht natürlich an erster Stelle, aber auch die Netzabdeckung sollte mindestens genauso wichtig sein, denn was nützt der beste Preis, wenn man die Leistung nicht in Anspruch nehmen kann. Aufgelistet sind im folgenden Beitrag nur die Bereiche Internet und Telefonie. Natürlich gibt es auch “reine” SMS Anbieter wie RING, doch benutzen wohl die meisten ihr Mobiltelefon für das mobile Surfen und Telefonieren.
Surfen im Internet
Arcor und Okaynet hatten es damals vorgemacht. Es ist möglich zu einem monatlichen Festpreis zeitlich unbegrenzt im Internet zu surfen. Damals kosteten die Modem- bzw. ISDN-Flatrates um die 75 DM. Für knapp 40 Euro erhält man heute einen Telefonanschluß inkl. Breitbandflatrate im Kabelnetz. Für noch weniger Geld sogar eine Flatrate im Mobilfunknetz.
MEDIONmobile
ALDI (E-Plus Netz) verlangt exakt 14,99 Euro pro Monat für die Prepaid-Internetflatrate. Man benötigt für die Nutzung einen entsprechenden Empfänger. Der MEDIONmobile Web Stick S4011 kostet 59,99 Euro einmalig und ermöglicht eine Datenübertragung mit bis zu 3,6 Mbit/s – sofern man denn auch Netzabdeckung hat. Dazu braucht man noch die passende MEDIONmobile Internet-Prepaidkarte. Diese kostet nochmals 12,99 Euro (inkl. 10 Euro Startguthaben). Mit 10,- Euro Startguthaben kann man leider nicht einen ganzen Monat surfen und so muss man zwingend im nächsten ALDI-Markt erstmal eine Aufladung (mindestens 15 Euro) tätigen. Der erste Monat ist also vergleichsweise teuer. 59,99 Euro + 12,99 Euro + 15 Euro = 87,98 Euro. Ab 5 Gigabyte Datenvolumen im Monat (erreicht man ohne weiteres in einer Woche, wenn man denn regelmässig Videos schaut und Musik im Netz hört), wird die Geschwindigkeit auf Modemgeschwindigkeit (maximal 56 kbit/s!) gedrosselt. Das erinnert dann auch die “wilden” 1990er Jahre, als man noch 10 Minuten für den E-Mail Abruf brauchte. Immerhin, dafür kann man sich zeitlich unbegrenzt im Netz aufhalten.Für 1,99 Euro bietet MEDIONmobile eine 24 Stunden Internet-Flatrate. Ob Instant Messaging und ähnliche Dienste möglich sind, muss man vorab erfragen.
O2
O2 bietet mehrere Surf-Pakete. Das kleine M-Paket kostet 10 Euro ohne Vertragslaufzeit (kann u.U. einen Monat gratis gestestet werden) und beinhaltet 200 MB Datentransfer pro Monat. Ab 200 MB muss man dann mit Modemgeschwindigkeit weiterleben. Außerdem ist diese Option nur für das Surfen auf Mobiltelefonen erlaubt. Die zweite Option ist da schon ein wenig interessanter, denn diese darf man auch auf dem Notebook oder PC nutzen. 25 Euro verlangt O2 für diese Option (nennt sich Internet Laptop Flatrate) jeden Monat. Ab 5 GB (genau wie bei Medion) wird auch hier gedrosselt. Dafür ist immerhin Instant Messaging und Voice-over-IP Nutzung ausdrücklich erlaubt. Nur an der Netzabdeckung kann man oft verzweifeln. Daher unbedingt vorher die Netzabdeckung mit einer o2 Karte von www.o2-freikarte.de vorab kostenfrei testen.
T-Mobile
T-Mobile bietet nur eine Tages-Internetflatrate. 4,95 Euro jeden Tag verlangt T-Mobile für diese Tarifoption. Dazu kommt noch der Kartenanschaffungspreis in Höhe von 10 Euro einmalig, welcher immerhin 10 Euro Startguthaben beinhaltet. Abrechnungsintervall beginnt um 0 Uhr und endet um 24 Uhr. Besteht eine Verbindung nach 24 Uhr weiter, werden erneut 4,95 Euro für weitere 24 Stunden berechnet. Für die Nutzung der DayFlat ist ein Mindestguthaben von 4,95 € auf dem Xtra Konto erforderlich. Ab einem Datenvolumen von 1 GB wird die Bandbreite auf max. 384 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) und ab einem Datenvolumen von 2 GB auf max. 64 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) beschränkt. T-Mobile bietet zwei verschiedene USB-Sticks: Einen für knapp 50 Euro und den anderen für knapp 70 Euro. Unterschied: Vor allem die maximale Geschwindigkeit (beim Xtra Pac T-Mobile web’n'walk Stick kann man HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s nutzen).
Wichtig: Instant Messaging, Voice-over-IP-Nutzung (z.B. Skype und selbst “einfache” Telefonate über das Internet) und Peer-to-Peer Dienste sind verboten!
Vodafone
Vodafone bietet eine sehr uninteressante Tariftion an. Diese nennt sich WebSessions. Man kauft sich sogenannte Internet-Sitzungen mit wahlweise 15 Minuten, 2 Stunden, 24 Stunden oder einer Woche. Klingt auf dem ersten Blick interessant, doch nun kommt der Haken: Nehmen wir an, dass man die Wochen-Option (kostet 9,95 Euro) bucht. In allen Optionen ist ein maximales Datenvolumen von einem Gigabyte nur enthalten. Ein Gigabyte erreicht man heute durch normales Surfen und wenigen Videos an einem oder zwei Tagen. Danach wird die Internet-Sitzung automatisch beendet und man wird erneut zur Kasse gebeten. Man stelle sich einfach mal folgendes Szenario vor: Man benötigt mehrere Softwareprodukte aus dem Netz und möchte diese herunterladen. Zusammen sind diese 6 GB groß. Bei Vodafone würde dieser Download mindestens 59,70 Euro kosten. Eine ziemlich teute Angelegenheit. Und damit man sich noch mehr ärgern kann: Instant Messaging, Voice-over-IP-Nutzung und Peer-to-Peer-Verbindungen (benötigt man teilweise auch für Downloads von Onlinespielen) sind strikt untersagt. Somit sind die Vodafone WebSessions wohl eher ziemlich uninteressant. Wer einfach nur vom Handy aus surfen möchte, kann sich für knapp 15 Euro die Nur-Surf-Flatrate auf seine CallYa Karte buchen. Aber auch hier ist IM-, Voice-over-IP und P2P ausgeschlossen.
Tchibo
Auch der Kaffeeröster mischt auf dem Mobilfunkmarkt mit. 19,95 Euro jeden Monat für die Internet Flatrate XL. Ab 5 GB drosselt Tchibo auf ISDN-Geschwindigkeit. Interessant: Während O2 (dieses Netz benutzt Tchibo) VoIP-Nutzung ausdrücklich erlaubt, verbietet Tchibo diese in diesem Tarif. Die Tagesflatrate für 2,95 Euro am Tag wird nach nur einem Gigabyte gedrosselt.
Telefonieren
Je nachdem in welches Netz man denn telefoniert, gibt es auch wieder unzählige Möglichkeiten. Für eine optimale Ausnutzung müsste man normalerweise mehrere Mobiltelefone haben. Eines für Anrufe ins eigene Netz, ein weiteres für Anrufe in andere Mobilfunknetze, dann noch eine für Anrufe ins Festnetz und natürlich nicht zu vergessen mindestens eine für die Optimierung der SMS-Kosten und eine für den pauschalen mobilen Internetzugang.
Da man nicht fünf Telefone mit sich schleppen möchte, muss man leider noch immer Abstriche machen.
Familien-Gespräche
Optimal für Familiengespräche und SMS zwischen Partnern wäre EdekaMobil. 3,99 Euro kostet die SMS- und Telefonieflatrate zwischen Edeka-Kunden. In andere Netze kostet die Gesprächsminute 9 Cent. Wer gleich die ganze Familie mit EdekaMobil versorgen möchte, kann mit der Familienbox viel Geld sparen. Diese kostet 29,90 Euro, beinhaltet 4 SIM-Karten mit jeweile 10 Euro Startguthaben. Die Festnetzflatrate (kostet 9,99 Euro im Monat) kann nicht mit der netzinternen Flatrate kombiniert werden. Edeka benutzt das Vodafone Qualitätsnetz und hat daher eine nahezu flächendeckende Netzabdeckung.
Für den fast gleichen Preis wie bei Edeka (Edeka bietet jedoch zusätzlich noch kostenfreie SMS zum gleichen Preis) erhält man bei Tchibo eine interne Telefonieflatrate. 3,95 Euro kostet die internet Tchibo-Flatrate.
Schlecker Prepaid nutzt ebenfalls das O2-Netz. Die SIM-Karte kostet einmalig 5,99 Euro und die monatliche Tariftion für Schlecker-interne Gespräche wird mit 2,99 Euro berechnet. Diese gilt jedoch nur für Sprachverbindungen und nicht für Kurzmitteilungen zu anderen Schleckerkunden. Schlecker bietet eine sogenannte Geld-zurück-Garantie. Ob man auch das Geld zurückbekommt, wenn es keine ausreichende O2 Netzversorgung gibt ist aber fraglich.
Fazit
Die D-Netz Anbieter fallen im Internetbereich durch. Wer möchte denn bitte im Jahre 2010 auf Instant Messaging verzichten, wenn er oder sie einen Internetzugang hat? Wer so anfängt, plant vielleicht gar die nächsten Schritte: Surfen nur noch auf bestimmten Seiten.
MEDIONmobil bietet für jedermann erschwinglich (knapp 15 Euro) eine Internetflatrate. Ob man diese jedoch auch für Instant Messaging nutzen kann, muss man vorab schriftlich erfragen. O2 erlaubt diese Dienste auf jeden Fall ausdrücklich, dafür muss man aber auch 10 Euro mehr (25 Euro) pro Monat zahlen. Dafür kann man aber auch die Hotline gratis erreichen.
Die Familienpakete der Anbieter sind akzeptabel. EDEKAmobil ist wohl der Sieger in diesem Bereich. Qualitatives Netz (Vodafone) und eine mehr als faire interne Flatrate (inkl. SMS). BILDmobil wird in Kürze ebenfalls eine interne Flatrate anbieten (wahrscheinlich inkl. SMS). 3,99 Euro soll diese dann monatlich kosten. Derzeit ist sie aber nur für Neukunden mit speziellen Coupon (ComputerBILD) zubuchbar.


Zwei Anmerkungen zu Schlecker
Schlecker hat zwei verschiedene Prepaid-Karte im Angebot, zum einen “smobil” und zum anderen “Schlecker Prepaid”. Die von Dir angeführten Tarife gelten nur für “Schlecker Prepaid”.
Bis zum 16. Januar gibt es zwei Schlecker-Prepaid Pakete zum Preis von zusammen € 9,90. Das Startguthaben beträgt zwar nur € 1,-, dafür ist die interne Flatrate für 3 Monate kostenlos.
Gruß
Kay
Vielen Dank, das ist absolut richtig.
Schlecker scheint “smobil” jedoch nicht mehr aktiv zu bewerben, weshalb in diesem Artikel auch nicht mehr darauf eingegangen wurde.
Mit der Zeit wird smobil sicher ganz aus dem Schlecker-Angebot verschwinden, was sehr schade ist, denn die Festnetzflatrate (um die 10 Euro) war (oder ist) doch preislich sehr attraktiv.
Auf der Schlecker Homepage gibt es noch einen Link auf smobil, und eine Bestellung ist scheinbar auch noch möglich: http://www4.schlecker.com/htdocs/cms_smobil_ns.aspx
Hallo miteinander,ihr Artikel sehr gut geschrieben.Es ist auch noch sehr viel Erklärungsbedarf,weil das mobile Internet noch in den Kinderschuhen steckt und langsam in die Gänge kommt.Mit ihrer Seite ist man gut beraten und findet für sich das beste Angebot,tGerade Familien brauchen das mobile Internet für ihre Kinder,(Hausaufgaben)in den Schulen, auch für den Vater wenn er Beruflich viel unterwegs ist.Oder die Mutter wenn sie mit ihren Kindern unterwegs ist(Kinder spielen)Mit ihrer Seite ist man gut beraten und findet für sich das beste Angebot,weiter so.LG Birgit
Hallo, ich habe die Edekamobil FLatrate. Kann ich kostenlos Vodafone anrufen?
Anna, die Edeka Mobil Flatrate gilt nur intern (Edeka->Edeka). Sie können also wirklich nur Edeka Teilnehmer kostenfrei anrufen und nicht Vodafone-Direktkunden. Eine komplette Netz-Flatrate bieten nur die jeweiligen Netzbetreiber (T-Mobile, Vodafone, O2, E-Plus).
Bei Vodafone kostet die netzinterne Flatrate
99 Cent pro Tag
4,95 Euro pro Woche
19,95 Euro pro Monat
Von O2 würde ich grundsätzlich die Finger lassen, hier wird die Internetgeschwindigkeit schon weit vor dem Erreichen des Datenvolumens gedrosselt, nach dem was ich schon in diversen Foren gelesen hab wird verärgerten Prepaid-Kunden “großzügig” ein Vertrag angeboten, Frechheit…
Hab hier im Höchstfall 1/5 Ausschlag von O2. Meist aber gar kein Netz seit Monaten. Die scheinen wohl die ersten Antennen schon wieder abzubauen. Noch schlimmer ist aber dass Internet im besten Fall 20 KB/*Minute*.